Der Weg zum Friedhof

Der Judengang

Der Judengang, auch „Kommunikation“ genannt, ist eine Besonderheit des jüdischen Friedhofes an der Schönhauser Allee.

Der Friedhof wurde außerhalb der Stadt am 26. Juni 1827 mit der Grablegung der 53jährgen Sara Meyer eingeweiht. Bis 1880 wurden hier alle in Berlin verstorbenen Juden beigesetzt.

Jüdischer Friedhof Prenzlauer Berg
Der Haupteingang des jüdischen Friedhofs an der Schönhauser Allee vor dem 2. Weltkrieg

Der „Judengang“ führt vom Kollwitzplatz am jüdischen Friedhof entlang zum Senefelderplatz und bildet den Zugang zum hinteren Eingang des Friedhofs. Einer Erzählung zufolge hatte König Friedrich Wilhelm III. für die Tage, an denen er zum Schloss Schönhausen ausritt, die Benutzung des hinteren Eingangs angeordnet, um bei seinen Ausritten keinem Leichenzug begegnen zu müssen. Belegen lässt sich das aber heute nicht mehr.

Jüdische Friedhof Schönhauser Allee
Der Jüdische Friedhof 1999

Ein weiterer Grund könnte in einer halachischen Regel (Überlieferung des Judentums) liegen, nach der jüdische Friedhöfe „geostet“ werden, die Hauptachse des Friedhofes also vom Haupttor zu einem Osttor führt. Für die Öffentlichkeit ist der Judengang heute bis auf wenige Anlässe im Jahr verschlossen.

Gehen Sie jetzt weiter und kreuzen die Kollwitz- und Diedenhofer Straße. Biegen Sie schließlich links in die Rykestraße ein und gehen bis zur Synagoge Rykestraße, dem zweiten Haus auf der linken Seite.