Zentrum des Viertels

Der Kollwitzplatz

1862 trat der „Bebauungsplan der Umgebungen Berlins“ in Kraft, in dem der Regierungsbaumeister James Hobrecht im Auftrag der Stadt die Fluchtlinien der zukünftigen Straßen und Plätze für die sich ausdehnende Stadt festgelegt hatte. Das Straßenraster zwischen Schönhauser und Prenzlauer Allee gruppierte sich um den projektierten dreieckigen „Platz H“.

Hobrechtplan Prenzlauer Berg
Ausschnitt aus dem Hobrecht-Plan von 1862. Weder Platz H noch die Straßen ohne Namen existierten bereits, sie waren lediglich Planungen zur Stadterweiterung.

Nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, in dessen Folge Elsaß-Lothringen an das Deutsche Reich fiel, wurden die neu angelegten Straßen in diesem Teil des Plans nach Orten in den annektierten Gebieten (z. B. Metz, Kolmar, Mühlhausen) oder nach preußischen Generälen (Fransecky, Tresckow) benannt. Der „Platz H“ wurde nach der elsässischen Stadt Wörth benannt und zu einem Schmuckplatz gestaltet.

Käthe Kollwitz Prenzlauer Berg
Käthe Kollwitz wohnte im Eckhaus Kollwitzstraße/Knaackstraße. Heute steht dort ein Neubau, davor eine Tafel, die über Kollwitz informiert.

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Platz nach der Künstlerin Käthe Kollwitz benannt. Die Grafikerin und Bildhauerin, die die sozialen Verhältnisse zum Inhalt ihrer Arbeit machte, hatte über 50 Jahre am Platz in der Weißenburger Straße 35 gewohnt. Ihr zu Ehren wurde 1961 eine Plastik des Bildhauers Gustav Seitz in der Mitte des Platzes aufgestellt, heute das Wahrzeichen des umliegenden Wohngebiets.

An der Südwestseite des Kollwitzplatzes sehen Sie zwischen den Häusern Knaackstraße 40 und 42 ein schwarzes Tor mit zwei Davidsternen. Dahinter befindet sich der sogenannte „Judengang“, die nächste Station unseres Rundgangs.