Ein Bau  mit Stil

Das Stadtbad Oderberger Straße

Als das Bad am 1. Februar 1902 eröffnet wurde, war kaum eines der umliegenden Wohnhäuser älter als 25 Jahre. Die Wohnhäuser in dieser Straße und der näheren Umgebung verfügten bereits über moderne Wasseranschlüsse und Wasserklosetts im Haus – wenn nicht in der Wohnung, dann doch zumindest auf „halber Treppe“. Badezimmer mit Badewanne waren jedoch eine Seltenheit.

Volksbadeanstalt Prenzlauer Berg Ludwig Hoffmann
Die Volksbadeanstalt kurz nach der Eröffnung

Das von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann im Stil der Deutschen Renaissance entworfene Stadtbad verfügte über insgesamt 120 Bade- und Brausebäder sowie ein großes Wasserbassin. Bereits für einen Groschen konnte man für eine halbe Stunde eine Badewannenkabine mieten, Seife und Handtuch gab es kostenlos dazu. Für 25 Pfennig erhielt man Zutritt zur Schwimmhalle.

Stadtbad Oderberger Straße Prenzlauer Berg
Das Bad in den 1970er Jahren

Die Hauptfunktion des Bades lag in dem Angebot zur Körperreinigung, was regelmäßig auch von ganzen Familien genutzt wurde. Das Schwimmen in eigens dafür errichteten Hallenbädern war für die Berliner etwas ganz Neues.

Ende 1986 musste das Schwimmbecken aufgrund von Baumängeln geschlossen werden, Wannenbäder und Duschen blieben aber noch bis Mitte der 1990er Jahre in Betrieb. Zurzeit wird das Haus saniert, im Herbst 2015 soll es wiedereröffnet werden.

Die nächste Station, die Kulturbrauerei, können Sie nun fast schon sehen. Sie liegt nur 200 Meter von hier entfernt. Laufen Sie die Oderberger Straße bis zum Ende. Auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptverkehrsstraße Schönhauser Allee sehen sie ein Gebäude-Ensemble aus gelbem Backstein. Überqueren Sie die Schönhauser Allee und gehen Sie geradeaus in die Sredzkistraße. Nach 50 Metern erreichen Sie die Toreinfahrt des ehemaligen Brauereiareals.